Pressemitteilung

Die Firmengruppe Behnisch Architekten, Drees & Sommer Schweiz AG und ZPF Ingenieure AG gewinnt das 2018 von der Bluefactory Fribourg-Freiburg SA und dem Smart Living Lab initiierte Studienauftragsverfahren (MEP), bei dem das neue, symbolträchtige Gebäude des Forschungszentrums im Freiburger Innovationsquartier blueFactory projektiert wurde. Das Siegerprojekt mit dem Titel „HOP“, eines von insgesamt vier vorgeschlagenen Projekten, zeichnet sich durch seinen offenen, flexiblen und integrativen Charakter aus, wobei es den Nutzer in den Mittelpunkt stellt und Potenzial zum Experimentieren bietet. Als Hauptmaterial wurde Holz gewählt, wodurch das Projekt mit einer beispielhaften Umweltbilanz glänzt. Vom 13. bis 26. September werden alle vier eingereichten Projekte im Smart Living Lab ausgestellt. Der Bau des Gebäudes beginnt Ende 2020 in Freiburg und wird über einen vom Freiburger Grossen Rat 2018 genehmigten Kredit in Höhe von 25 Millionen Franken finanziert.

Ein offenes, entwicklungsfähiges und ressourcensparendes Gebäude
Die Mitglieder des Expertengremiums trafen sich unter dem Vorsitz von Marilyne Andersen, Professorin an der EPFL und akademische Leiterin des Smart Living Lab, am 1. und 2. Juli 2019 in Freiburg und erklärten einstimmig das Projekt „HOP“ des Teams Behnisch Architekten, Drees & Sommer Schweiz AG und ZPF Ingenieure AG zum Sieger des Studienauftragsverfahrens, welches Ende 2018 für das künftige Gebäude des Forschungszentrums in die Wege geleitet wurde. Das Siegerprojekt, das als ein experimentierfreundliches Lebens- und Arbeitsumfeld gedacht ist, überzeugte die Experten mit seinem entwicklungsfähigen Charakter, seiner räumlichen Vielfalt und seiner offenen und einladenden Erscheinung, welche den gewünschten Interaktionen in einem living lab entgegenkommen. Das Projekt imponiert ausserdem durch seinen sparsamen Umgang mit Material und Ressourcen. Die hohen Umwelt- und Energieanforderungen waren fester Bestandteil des Wettbewerb

Ein lebendiges Projekt
Im Sinne der Autoren ist das Gebäude so angelegt, dass es einem lebendigen Organismus ähnelt, der mit seiner Umwelt interagiert. In seine Fassade sind Wintergärten integriert, die als wichtige Verbindungselemente mit der Aussenwelt fungieren und einen Beitrag zur Vielfalt der verschiedenen Raumtypen sowie zur Qualität des Arbeitsumfelds leisten. Sein Atrium wird dank seiner Position und der Eingliederung einer Treppe zu einem gemeinsamen Treffpunkt. Das Eingangsfoyer mit Sitzreihen lädt zu einer informellen Nutzung ein. Die Cafeteria beim Eingangsfoyer fördert zudem den Austausch mit der Öffentlichkeit.

Philippe Jemmely, Direktor der Bluefactory Fribourg-Freiburg SA, bezeichnet das Projekt als „lebendig“Es besticht durch sein Potenzial „den richtigen Mittelweg zwischen widersprüchlichen Anforderungen zu finden: zwischen einer starken Identität und Flexibilität, zwischen Experimentierfreude und Standfestigkeit, zwischen Grosszügigkeit und Schlichtheit.“

Natürliche Materialien und lokale Ressourcen
Das Gebäude soll für 130 Personen Arbeitsbereiche auf einer Grundfläche von 5000m2 über vier Etagen bieten. Die tragende Struktur des Siegerprojekts besteht aus Holz. Auch das System aus Hohlkastenplatten mit integrierter Belüftung sowie die Fassade sind aus Holz, wobei dafür verschiedene Holzarten aufgrund ihrer jeweiligen Eigenschaften und ihrer Herkunft kombiniert werden. Dabei steht der lokale Aspekt im Vordergrund.

Lobenswerte Teamarbeit
Das Expertengremium betont die hohe Qualität aller eingereichten Projekte, das Engagement und die Aufgeschlossenheit der interdisziplinären Kandidatenteams sowie den enormen Einsatz, den sie während des Studienauftragsverfahrens erbrachten. Die vier Teams waren:

  • Behnisch Architekten, Drees & Sommer Schweiz AG, ZPF Ingenieure AG (projet lauréat)
  • Baumschlager Eberle Architekten AG, Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Lauber IWISA AG, B+S AG
  • estudioHerreros SLP, Dr Schwartz Consulting AG, Transplan Technik-Bauplanung Gmbh, Transsolar Energietechnik Gmbh, xmade Gmbh
  • Itten + Brechbühl SA, CSD Ingénieurs

Das Verfahren begann im Dezember 2018 mit einem Treffen der Teilnehmenden, gefolgt von zwei Zwischengesprächen, bei denen sich die Teams im Februar und im April 2019 austauschen konnten, bevor die fertigen Projekte am 6. Juni 2019 vorgestellt wurden. Das Siegerteam zeichnete sich durch seine kollektive Intelligenz, durch seine Aufnahmefähigkeit sowie seine Begeisterung aus, wobei Architekten und Ingenieure eng zusammenarbeiteten.

Ein origineller Wettbewerb
Während der Zwischengespräche des Studienauftragsverfahrens konnten die einzelnen Teams die anderen Projekte kennenlernen und sich ungezwungen mit dem Expertengremium und ihren Konkurrenten austauschen. Dieser originelle Ansatz sowie die besonders hohen Ansprüche an das künftige Gebäude sind das direkte Ergebnis der Forschung des Smart Living Lab.

Ein grosser Schritt in Richtung Gebäude der Zukunft
Der Kanton Freiburg investiert in Bildung, Forschung und Innovation am Bau. 2018 bewilligte er einen Kredit in Höhe von 25 Millionen Franken für den Bau des neuen Smart Living Lab Gebäudes, das für mindestens 20 Jahre der Forschung gewidmet sein wird. Bauherr ist die Bluefactory Fribourg-Freiburg SA.

Das Gebäude stellt zugleich den Kontext, das Objekt und das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung dar. Das Forschungsprogramm, das am Smart Living Lab seit seiner Gründung 2014 läuft, schafft eine Wissensbasis und neue Instrumente, die es den Entwicklern ermöglichen, die angestrebten Leistungsziele über den gesamten Gebäude-Lebenszyklus hinweg zu erreichen, unter anderem  der Karbon-Fussabdruck der Baumaterialien (graue Energie). Das Studienauftragsverfahren ist das erste, welches von den Projekten verlangt hat, die Zielvorgaben für Treibhausgasemissionen zu erfüllen (13 kg CO2/m2/Jahr gemäss der Norm SIA 2040/2017).

Die Ergebnisse der Vorstudie, die im ersten Teil des Projekts Towards 2050 im Mai 2019 veröffentlicht wurden, trugen zur Erstellung eines Pflichtenhefts bei, das von Fachleuten als eine echte Herausforderung angesehen wird. „Die originelle Vorgehensweise dieses Studienauftragsverfahrens und seine hohen Ansprüche, welche das Ergebnis von vier Jahren Forschungsarbeit sind, wurden für alle Teilnehmenden und für die Organisatoren zu einem Lernerlebnis und zeugen von der Innovationsfähigkeit des Smart Living Lab.“, sagt Marilyne Andersen, Vorsitzende des Expertengremiums.

Ausstellung der Arbeiten des Studienauftragsverfahrens: vom 13. bis 26. September 2019 in der Halle Bleue, blueFACTORY

Ausstellungs-Vernissage und Pressekonferenz: 13. September 2019, 13.15 Uhr

Zum Smart Living Lab
Das Smart Living Lab wurde 2014 als Ableger der EPFL in Freiburg gegründet und ist ein Forschungszentrum für die Zukunft der bebauten Umwelt. Es hat seinen Sitz im Innovationsquartier der blueFACTORY, einem der Standorte des Netzwerks Switzerland Innovation West. Es vereint wissenschaftliche Forscherteams der EPFL, der Hochschule für Ingenieurwesen und Architektur Freiburg sowie der Universität Freiburg und bildet einen interdisziplinären Forschungsschwerpunkt mit internationaler Ausstrahlung, der ein Experimentiergelände unter realen Bedingungen für nachhaltiges Wohnen bietet: Nutzerwohlbefinden und –verhalten, Bautechniken, Interaktionen, Entwurfsprozesse und Energiesysteme.

Zur Bluefactory Fribourg-Freiburg SA
Die 2014 gegründete Bluefactory Fribourg-Freiburg SA ist für die Entwicklung, den Bau, den Betrieb, die Förderung und die Animation des künftigen Innovationsquartiers blueFACTORY zuständig. Das Quartier zählt heute über 280 Personen, die in etwa vierzig Einrichtungen tätig sind (KMU, Start-Ups, innovative Akteure und Universitätsforschung) und fördert die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung und der Kreislaufwirtschaft.

Kontakt

Olivier Curty, Staatsrat, Volkswirtschaftsdirektion VWD, +41 26 305 24 02, zwischen 10 und 12 Uhr

Prof. Marilyne Andersen, Professorin EPFL und Vorsitzende des Expertengremiums, marilyne.andersen@epfl.ch, +41 21 69 30882

Philippe Jemmely, Direktor BFF SA, philippe.jemmely@bluefactory.ch, +41 26 422 37 10, erreichbar ab 19.07.2019

Yanick Jolliet, Architekt, Projektleiter BFF SA, yanick.jolliet@bluefactory.ch +41 78 829 98 93

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