Im Jahr 2020 beginnt in Freiburg der Bau eines einzigartigen Gebäudes, das dem smart living lab zur Verfügung stehen wird. Es wird als interdisziplinäres, innovationstreibendes Reallabor ein idealer Versuchsort für Forschungsarbeiten in Lebensgrösse sein. Hier wird eine Palette baulicher Potenziale geschaffen, die diverse Forschungsaktivitäten ermöglichen und so zu messerscharfer Analyse und zum Querdenken anregen. Das Gebäude soll über den gesamten Lebenszyklus zum Pionierwerk für effiziente Ressourcennutzung werden und die Energieziele 2050 der Schweizerischen Eidgenossenschaft mit 30 Jahren Vorsprung erfüllen.

Auch nach dem Bau wird das Gebäude ständig weiterentwickelt werden, um Forschungszwecken zu dienen, die Leistungsparameter zu optimieren, die Lebensdauer zu verlängern und innovativ führend zu bleiben. So werden etwa alle technischen Komponenten sichtbar montiert, damit sie einfacher ersetzt werden können. Ausserdem bieten die Räume die nötige Flexibilität, damit sie neuen Nutzungszwecken angepasst werden können.

Zahlreiche Sensoren werden unterschiedliche Parameter des Energieverbrauchs, der Umweltqualität und der Raumbelegung messen. Dieses ununterbrochene Gebäudemonitoring wird ein digitales Modell speisen, das zwei Grundaspekten dient:

  • Forschungsauswertung: Das Gebäude wird einer regelmässigen Post-Occupancy Evaluation (POE) unterzogen, die ein objektives, kritisches Feedback liefert und nachweisen soll, dass das Gebäude die energetischen Leistungsziele erreicht.
  • Forschungsmöglichkeit: Das Gebäude soll den Forschern die Gelegenheit bieten, neue «plug and test»-Experimente zu entwickeln.

In diesem Experimentalgebäude werden Versuche in folgenden Bereichen ausgeführt:

  • Einsatz von Technologien für die Interaktion zwischen Mensch und Gebäude, um den Komfort, die Produktivität und den Ressourcenverbrauch der Benutzer zu optimieren.
  • Ersetzen von Gebäudekomponenten, um ihre Eigenschaften und Leistungsmerkmale zu messen.
  • Systemtests für die Energieerzeugung und -speicherung unter realen Bedingungen, um die effizientesten Techniken zu ermitteln.

Das Gebäude wird einzigartigen Ambitionen genügen: Teil des Planungsprozesses war eine vertiefte Reflexionsphase, in der die verschiedenen Anspruchsgruppen zur rechten Zeit einbezogen werden konnten. Dabei wurde gewährleistet, dass

  • die Resultate einer vorgängigen Umweltforschung einbezogen,
  • die Bedürfnisse der verschiedenen Benutzer- und Forschergruppen berücksichtigt,
  • auf grosse architektonische Qualität geachtet,
  • die rechtlichen und finanziellen Vorgaben eingehalten wurden.

Operative Transition
Es wurde ein Bauprozess mit den drei Phasen Studienauftrag, Projektierung und Realisierung festgelegt und die Bedürfnisse der Forscher bezüglich des Gebäudeprogramms (Flächen für Büros, Laboratorien, Sitzungszimmer) ermittelt. Städtebaulich berücksichtigt der Projektstandort den neuen kantonalen Nutzungsplan, der im Sommer 2018 in Kraft getreten ist. Alle diese Aspekte sowie die Empfehlungen und Instrumente des Forschungsprogramms wurden in den Unterlagen des Studienauftrags zusammengestellt und im September 2018 auf der Plattform für das öffentliche Beschaffungswesen simap publiziert.