Das städtische Umfeld hat Auswirkungen auf das körperliche, soziale und geistige Wohlbefinden der Bevölkerung. Wie in anderen Ländern stehen die städtischen Zentren auch hierzulande aus wirtschaftlichen Gründen (Zentrumswirkung, Konzentration der wirtschaftlichen Aktivitäten) und rechtlich bedingt (Raumplanungsgesetz, RPG) unter grossem Verdichtungsdruck. Nun wird aber erwartet, dass die Wirkungen des Klimawandels im städtischen Umfeld besonders gross sein werden. Bereits heute sind die Stadtbäume, auf welche die Politik als klimamässigende Massnahme setzen, äusserst exponiert. Angesichts des langen Lebenszyklus von Aussengestaltung und Pflanzungen müssen die grossen Zwänge der Zukunft schon heute begriffen und berücksichtigt werden. Terrainmessungen mit dem «Mikroklimameter», der von HEPIA entwickelt und in mehreren grösseren Schweizer Städten eingesetzt wird, haben Sachverhalte nachgewiesen, die sich mit dem aktuellen Stand der Kenntnis und der Modellierung nicht erklären lassen. Beispiele: a) Weshalb trägt ein Baum nicht immer zu einem frischeren Stadtklima bei? b) Weshalb erzeugen Stillgewässer nur selten die erwartete Frische? c) Wie lässt sich gewährleisten, dass die Siedlungsflächen sachgerecht zur Klimaregulierung eingesetzt werden? d) Welche klimatische Wirkung darf von der städtischen Natur erwartet werden? Um die Klimapolitik und die damit zusammenhängenden Investitionen möglichst gezielt auszurichten und von den Ökosystemen den gewünschten Nutzen zu beziehen, müssen die in unseren Breitengraden für das Mikroklima verantwortlichen Mechanismen im immer städtischeren Umfeld der Schweiz begriffen werden. Insbesondere muss klar herausgestellt werden, unter welchen Bedingungen die Entwicklung der Stadtbäume beeinträchtigt wird. Dabei geht das Projekt MACADAM wie folgt vor: a) Vornehmen detaillierter mikroklimatischer Messungen; b) Dokumentieren und Analysieren, welchen Beitrag die unterschiedlichen Elemente, welche die vorbestimmten Räume definieren, leisten (Pflanzen, Wasser, Stofflichkeit, räumliche Organisation); c) Erstellen von Indikatoren für die Beurteilung des mikroklimatischen Umfelds von Mensch und Pflanze; d) Erstellen eines Referenzleitfadens, der die Fallstudien veranschaulicht und zur Funktionsweise der Elemente in ihrem städtischen Umfeld eine knappe, sachliche Erläuterung erteilt. Als Endzweck will das Projekt einen Beitrag leisten, um das objektive Wissen über die determinierenden Faktoren des städtischen Mikroklimas zu vertiefen, damit Behörden, Städteplaner, Landschaftsplaner und Landschaftsarchitekten Massnahmen effizient umsetzen können, die das Wohlergehen der Stadtbenutzer auf der Grundlage solider Kenntnisse und geeigneter Referenzen positiv beeinflussen. Der Beitrag der Natur ist ein wichtiger Aspekt dieser Strategien und nur dann wirksam, wenn Bedingungen vorliegen, die ihr zum Gedeihen verhelfen.

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